Externe Evaluation
an unserer Grundschule Cadolzburg
2006
„Interne und externe Evaluation gehören nachweislich zu den wirksamsten Instrumenten der Qualitätssicherung, die für Lehrkräfte, Schulleitung und Schulaufsicht, aber auch für Eltern und die interessierte Öffentlichkeit eine Grundlage für eine professionelle Weiterentwicklung der einzelnen Schulen und des Schulwesens insgesamt darstellen.“
Dieses Zitat des Bayerischen Staatsministers für Unterricht und Kultus, Herrn Siegfried Schneider, erklärt die Absicht dieser Maßnahme, die es in Bayern seit dem letzten Schuljahr gibt. Hier wurde das Konzept von 20 Teams an insgesamt 80 Schulen erprobt.
Wir wurden aufgefordert, an diesem Vorhaben teilzunehmen.

Unsere Grundschule - eine Schule in Bewegung
Was ist überhaupt eine externe Evaluation?
„Sie ist eine definierte Methode der Qualitätssicherung. Sie hat sich in der Wissenschaft ebenso wie in der Wirtschaft bewährt, mit ihrer Hilfe werden Arbeitsprozesse und Produkte verbessert: Evaluation ist aus der Entwicklung von Orga-nisationen nicht mehr wegzudenken. Sie ist ein zentrales Merkmal einer lernenden Organisation. Evaluation ist eine Hilfe zur Entwicklung und Verbesserung. Sie ist das Innehalten auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel, das bei uns die gute Schule mit einem guten Unterricht ist, in der Schülerinnen und Schüler gerne und für sich selbst und für ihre Lebensbewältigung lernen. Sie erhalten dafür Anregungen und Hilfestellungen, die sie außerhalb der Schule so kaum erfahren können.“
(Zitat aus einer Broschüre des Bayerischen Staatsministe-riums für Unterricht und Kultus)

Lernprozesse begleiten
Extern bedeutet, dass die Evaluatoren nicht von der eigenen Schule kommen. Bei uns waren es sechs für diese außerordentlich verantwor-tungsvolle Aufgabe speziell ausgebildete Fachkräfte, die alle außerhalb des Landkreises Fürth wohnen und arbeiten.
Welche Grundsätze gelten bei der externen Evaluation?
Externe Evaluation wird "in Augenhöhe" mit den Schulen durchgeführt. Sie sieht die Schule als Ganzes, ermöglicht eine Sicht aus verschiedenen Blickwinkeln und beschreibt objektiv und präzise das Profil der Schule. Die Evaluation der Einzelschule beurteilt nicht die Arbeit der einzelnen Lehrkraft, sondern untersucht und bewertet Bedingungen, Prozesse und Ergebnisse der gesamten Schule.

moderne Arbeitsgeräte nutzen können
Was wurde alles an unserer Grundschule begutachtet?
Die vom Evaluationsteam untersuchten Qualitätsbereiche sind:
Rahmenbedingungen
Standort, Lehrerkollegium, Schülerschaft, materielle und finanzielle Ressourcen, regionale/organisatorische Besonderheiten
Prozessqualitäten Schule
Schulleitung und Management, Arbeit im Kollegium, Schulkultur, Schulentwicklung und Schulprofil
Prozessqualitäten Unterricht
Unterrichtsqualität (Klassenführung, Unterrichtsklima, Motivierung, Strukturiertheit, Individuelle Unterstützung, selbstständiges Lernen, Variabilität der Unterrichtsformen, Lernerfolgssicherung, Leistungserhebungen)
Qualitätssichernde Maßnahmen des Kollegiums
(unterrichtsbezogene Zusammenarbeit im Kollegium und unterrichtsbezogene Initiativen auf Schulebene)
Ergebnisse schulischer Arbeit
Monitoring, Zufriedenheit aller am Schulleben Beteiligten
und der Umgang der Schule
mit den Ergebnissen
Wie läuft grundsätzlich die externe Evaluation ab?
Das Schema zeigt den Ablauf

Wie gestaltete sich der Ablauf an unserer Grundschule?
Zu Anfang März 2006 wurden in einem Organisationsgespräch zwischen dem Teamsprecher und der Schulleitung die Planung und Vorbereitung des Ablaufs der Evaluation besprochen. Die Befragung von 105 ausgelosten Eltern unserer Grundschule per Fragebögen und aller Lehrkräfte per Online fand Ende März statt. Mitte Mai erhielten wir dann die Ergebnisse beider Befragungen.
Am 24. Mai 2006 stellte sich das Evaluationsteam in der Vorstellungskonferenz vor und gab wichtige Informationen weiter. Auch der Elternbeirat war durch die stellvertretende Vorsitzende vertreten. Lehrkräfte konnten ihre Erwartungen und Ängste vorbringen und die Schulleitung musste ein Schulportfolio vorlegen.

Lehrkräfte im Interview
Die Evaluationsbesuche fanden gleich nach den Pfingstferien am 19., 21. und 22.05.2006 statt. Hier besuchten die Mitglieder des Teams 18 Stunden Unterricht, führten Interviews mit Eltern, Lehrern, dem Personal, dem Sachaufwandsträger, der Schulleitung und vielen Partnern unserer Grundschule, z.B. der Jugendverkehrsschule. Auch ein ausführlicher Rundgang stand auf dem Pro-gramm. Bereits am Ende bekamen wir vom Team ein erstes Feedback in einer Konferenz.
Am 03.07.2006 wurden vom Team in der Berichtskonferenz die Ergebnisse der Evaluation übergeben, vorgestellt und besprochen. Auch hier waren die Vorsitzende des Elternbeirats und ihre Stellvertreterin anwesend.
Mitte Juli bekamen wir dann den endgültigen Evaluationsbericht.

Eltern im Interview
Welche Vorarbeiten waren zu leisten?
Neben der Organisation der Befragung von Eltern und Lehrkräften musste ein Schulportfolio durch die Schulleitung erstellt werden. Das ist die Sammlung von wichtigen schulischen Daten, die als Grundlage dienen. Diese dokumentieren das aktuelle Profil der Schule, dienen als Informationsbasis für die Evaluatoren und liefern Hinweise für Klärungsbedarf in Interviews

Schülern im Interview
Das Schulportfolio enthält:
allgemeine Schulstrukturdaten
Schüler-, Klassen-, Lehrerzahl, Altersstruktur des Kollegiums, angebotene Ausbildungsrichtungen, Fächer etc.
Schülerleistungsdaten
Leistungsfeststellungen, Probearbeiten, Orientierungsarbeiten, Jahrgangsstufentests, Übertritts-quoten, Wiederholungsschüler, Zurückstellungen etc.
Befragungsergebnisse
Eltern- und Lehrerbefragung
pädagogische Leitziele
Leitbild und Schulprogramm
organisatorische Planung
Geschäftsverteilungsplan, Fortbildungsplan
Die gesamte Organisation der Unterrichtsbesuche und Interviews musste lang- und kurzfristig geplant werden. Alle Interviewpartner waren einzuladen, zu informieren und zu erinnern.
Der normale Stundenplan der Grundschule sollte natürlich auch an den Besuchstagen möglichst reibungslos verlaufen und selbst die Orientierungsarbeiten in Mathematik in der 2. und 3. Jahrgangsstufe, die zu dieser Zeit in ganz Bayern stattfanden, waren zu berücksichtigen.

Partner im Interview
Welche Ergebnisse wurden im Evaluationsbericht für unsere Grundschule festgestellt?
Die Rahmenbedingungen unserer Schule werden als weit überwiegend „fördernd“ beschrieben. Lediglich die Situation an den Schulbussen, die Durchschnittsgröße unserer Klassen und die „kleinen Zimmer“ im Erweiterungsbau werden als einschränkend empfunden. Anerkennend werden die große Sauberkeit, die gute räumliche Situation, die ausgezeichnete Ausstattung der Schule mit Lehr- und Lernmitteln und technischen Arbeitsgeräten, die positive Arbeitssituation der Lehrenden und Lernenden und unsere Lernwerkstatt erwähnt.

Nachbesprechung des Unterrichts
Beim Bereich der Prozessqualitäten der Schule werden die großen Stärken unserer Grundschule vor allem in der kollegialen Zusammenarbeit, in der beruflichen Weiterentwicklung und in der Fortbildung, beim Schulklima, in der Hoffnung der Schule und bei außerschulischen Veranstaltungen gesehen. Stärken haben wir im Erziehlichen, in der Zusammenarbeit mit Eltern, bei der Mitwirkung von Schülern und Eltern, im Schulentwicklungsprozess und bei der Qualitätssicherung. Als Empfehlung wird uns hier neben der Sicherung unseres sehr hohen Niveaus vor allem der Ausbau von Partizipationsmöglichkeiten von Schülern angeraten.
Auch bei dem Bereich Prozessqualitäten Unterricht und Erziehung kommen viele große Stärken zum Tragen. Besonders hervorgehoben sind hierbei die Klassenführung, das Unterrichtsklima, die Strukturiertheit des Unterrichts und die unterrichtsbezogene Zusammenarbeit des Kollegiums. Stärken werden attestiert für die Unterbereiche Motivierung der Schüler, Zielorientierung, individuelle Unterstützung, selbständiges Lernen und Variabilität des Unterrichts. Neben der wichtigsten Empfehlung, das in diesem Bereich hohe Niveau des Unterrichts kontinuierlich auf diesem Stand zu halten, werden Anregungen gegeben, bereits begonnene Prozesse weiterzuführen.

eigenverantwortlich und selbsttätig handeln
Im Bereich Ergebnisse der schulischen Arbeit und Umgang mit diesem Ergebnis wird uns eine große Stärke in der Nutzung der Leistungs- und Schullaufbahnergebnisse zur Qualitätsverbesserung attestiert. Große Zufriedenheit wird bei Schülern, Eltern und der Lehrerschaft festgestellt. Als Empfehlung bekommen wir hier den Auftrag, unser hohes Niveau innerhalb dieses Bereichs zu halten.
Wie geht es weiter?
Im kommenden Schuljahr werden wir, das Lehrerkollegium und die Schulleitung, zusammen mit dem Staatlichen Schulamt im Landkreis Fürth unsere Entwicklungsziele formulieren, einen Zeitrahmen dafür vereinbaren und deren Verwirklichung auf den Weg bringen. Unser Hauptaugenmerk wird und muss aber weiterhin auf dem Erhalt unseres attestierten hohen und sehr hohen Niveaus liegen. Wir können unseren eingeschlagenen Weg der ständigen Entwicklung kontinuierlich fortsetzen.

Schulleitung im Interview
Und was ist und was war sonst noch?
Die Evaluierung hat uns in der Beobachtung und Begutachtung Stehende natürlich veranlasst, über die Situation an unserer Grundschule in vielfältigster Weise nachzudenken. Jeder Beteiligte hat ja auch eine eigene Geschichte mit unserer Schule, ein eigenes Verhältnis zu unserem Wirkungsfeld. Jeder hatte seine eigenen Gedanken, Sichtweisen und Gefühle. Viele davon kamen während und nach der Evaluation zum Vorschein und wurden intensiv untereinander ausgetauscht. Die Kommunikation war noch höher als sonst. Und als uns am Ende von dem Team berichtet wurde, dass wir eine sehr gute Schulgemeinschaft bilden, hervorragende Arbeitsbedingungen vorfinden, überdurchschnittlich gute Arbeit leisten und sehr viele große Stärken und viele positive Ansätze haben, waren wir alle angenehm berührt. Die Ergebnisse bewirken bei uns eine sehr große, oftmals sichtbare Freude, einen noch besseren Zusammenhalt, eine große Sicherheit und natürlich neue Motivation für unsere Arbeit.
Die jetzt vorliegenden Ergebnisse haben uns eigentlich nicht überrascht, die Höhe der uns zugeschriebenen Qualität jedoch durchaus. Wir wussten schon, dass wir gute Arbeit leisten, doch ist und war es uns nicht immer gegenwärtig und bewusst. Jetzt wieder einmal, und zwar sehr intensiv.
Rudolf Himpel
zusammen mit Brigitte Götz die sehr zufriedene Schulleitung unserer lebens- und liebenswerten Grundschule Cadolzburg

zum Nachdenken bringen

in Gruppen arbeiten

die Sache selbst erfinden lassen

in die Sache versinken lassen
Die Bilder wurden anlässlich der Besuchstage der Externen Evaluation durch das Evaluationsteam aufgenommen und uns dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.
